Infoveranstaltung bei Wittcall, dem vermeintlich angesagtesten studentischen Nebenjob in Greifswald

UPDATE:
Da um diesen Beitrag doch etwas Diskussion entstanden ist, will ich gerne etwas Klarstellen: Die Empfehlungen, bei Wittcall anzufangen, kamen mehrheitlich von Freunden die zu dem Zeitpunkt dort arbeiteten. Gerade dies sollte zeigen, dass ich niemanden der als Telefonist arbeitet herabschätze. Wenn in diesem Beitrag das Wort „Superwiesor“ in dieser Form auftaucht, so ist das ein Hinweis auf die deutsche Aussprache des eigentlich aus dem Englischen übernommenen Wortes. Auch der Verweis auf die vermeintliche Einfachheit des Jobs als Telefonist ist keine Herabschätzung, sondern spiegelt nur die inflationäre Nutzung selbigen Begriffes vom „Superwiesor“ selbst wieder.
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„Fang doch bei Wittcall an“, bekam MrOrange in letzter Zeit öfter von seinen Kommilitoninnen zu hören. Warum eigentlich nicht, vor allem seit mein neuer Wohnort in der Innenstadt und der Burger King am anderen Ende der Stadt liegt. Nun, heute ist eine Infoveranstaltung und mein Stundenplan lässt den Besuch dieser sogar zu. Über die Vorstellung als „Superwiesor“ und der Einführung des kollektiven Du’s kam ich ohne ein Grinsen allerdings nicht hinweg.

Unser „Superwiesor“ teilt als erste Amtshandlung das Handbuch aus, welches wir zwar nicht auswendig lernen, aber zumindest Mal gelesen haben sollten; schließlich ist der Job als Telefonist ja nicht schwer. Ein kurzer Abriss über die Geschichte von Wittcall darf natürlich nicht fehlen, aber da mussten wohl alle 350 Schüler und Studenten die hier momentan arbeiten durch.

Unsere Aufgabe als Telefonisten bei Wittcall wäre es Markt- und Meinungsforschung zu betreiben. Also lediglich Interviews am Telefon führen, keine Werbung und kein Verkauf – der Job ist also nicht zu schwer. Zuerst müssten wir jedoch einen Computerschreibtest bestehen, wobei dabei rund 800 fehlerfreie Anschläge in zehn Minuten verlangt würden. Das dies nicht sonderlich hoch ist, beweist die Durchfallrate von etwa einem Prozent. Der Job ist ja auch nicht so schwer. Nach dem Bestehen des Schreibtests würde es dann ein richtiges Trainig geben und eine Art Abschlußprüfung, in der es ein paar Fragen zum Handbuch geben wird.

Arbeiten dürfte man dann für 5 Euro pro Stunde als Basislohn, an zwei Tagen pro Woche und mindestens zwei Samstagen pro Monat. Allerdings wird der Lohn erst gegen Ende des Folgemonats überwiesen. Lohnsteuerkarte, Studentenausweis und Sozialversicherungsausweis muss allerdings am ersten Arbeitstag vorhanden sein. So viel kann man ja verlangen, schließlich ist der Job ja nicht so schwer.

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  • An den Verfasser des Artikels: Kauf Dich mal erst ne Tüte Deutsch! Schließlich ist dein Dschobb ja nicht so schwer!

  • Vielen Dank für den Hinweis. Ich habe auch gleich ein paar Kommata berichtigt und ein oder zwei Sätze verkürzt. Nichtsdestotrotz verstehe ich das Kommentar zu „meinen“ Job nicht ganz? Ich arbeite doch gar nicht bei Wittcall!?

  • „Den“ Kommentar zu „meinem“ Job (bitte im Dativ).

    Kommata (ein Wort, dass die deutsche Sprache mit gleich zwei „m“ ausgestattet hat), fehlen weiterhin zuhauf.

    Oben im Text: Supervisor kommt von lat. „videre“ nicht etwa von der deutschen „Wiese“.

    In einem relativ kurzen Text viermal zu erwähnen, dass der Job nicht so schwer sei, ist stilistisch zumindest fragwürdig.

    „Das dies nicht sonderlich hoch ist…“ wird mit doppel-S geschrieben. Fragen Sie einfach, ob man das „das“ durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ersetzen kann, dann kommen Sie auf die richtige Lösung.

    Immer gerne behilflich,

    Ihre Supervisoren

  • Erst Mal vielen Dank für die Berichtigungen, werde ich gleich einbinden. Nichtsdestotrotz werden sowohl die vielen Verweise auf die „Leichtigkeit des Jobs bei Wittcall“, als auch das „Superwiesor“ im Text bleiben.

    Beides ist bewusst so gehalten, denn zum Einen erwähnte der „Superwiesor“ selbst mehrmals, wie leicht der Job doch wäre. Zum Anderen gibt „Superwiesor“ lediglich die Aussprache des Wortes wieder. Es war für mich nämlich sehr verwunderlich, dass in einem Callcenter, wo fast sämtliche Fachbegriffe der englischen Sprache entnommen sind, der Supervisor sich selbst als „Superwiesor“ betitelte! Um Irritationen entgegen zu wirken und zum besseren Verständnis habe ich den Beitrag nochmals überarbeitet und „Superwiesor“ in Anführungszeichen gesetzt.

  • Da sieht man wo die Bildung in diesem Land hingeraten ist? Von der sogenannten Rechtschreibreform, die sich sogenannte Kultusminister auf den Tisch rissen und die nur eine Beliebigkeitsschreibung wurde bis zu den „großartigen“ Bachelorabschlüssen.

    Wie sagten wir zu DDR-Zeiten:
    Vorwärts Genossen! Gestern standen wir am Abgrund, aber heute sind wir „EINEN“ Schritt weiter!