Sommersemester 2008: Die Verwendung von Studiengebühren in Göttingen

Letzte Woche berichtete ich von den bevorstehenden Einsparungen am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Göttingen für das Wintersemester 2008. Derzeitig besuchen 167 Studenten die Seminare, Übungen und Vorlesungen des Instituts und profitieren maßgeblich von den durch Studiengebühren finanzierten Posten und Veranstaltungen. Im Rahmen der Neuausschreibungen für die Verwendung der Studiengebühren ab dem Sommersemester 2008 in der Philosophischen Fakultät sind sämtliche diese Posten und Veranstaltung in Gefahr.

Das Problem für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte liegt vor allem darin, dass die bisher genehmigten Anträge in diesem Semester auslaufen und demnach neu beantragt werden müssen. Für den kommenden Genehmigungszeitraum liegen von den verschiedenen Instituten Anträge in Höhe von 1,2 Millionen Euro vor. Eine einfache Rechnung und Verteilung der Mittel aus Studiengebühren würde zwar die Schlussfolgerung zulassen, dem Institut stehen ca. 40.000 Euro zur Verfügung (die Hälfte der Anzahl der Studenten * 500 Euro, weil mind. zwei Fächer studiert werden), jedoch gibt es in Göttingen Richtlinien zur Verwendung der Studiengebühren. Zum einen werden die Einnahmen aus Studiengebühren 50:50 zwischen der Fakultät und der Universität geteilt und zum anderen gibt es keine einfache Quotierung für die Institute.

Es spielt also keine Rolle wie viele Studenten an einem Institut studieren und wie viel Studiengebühren sie insgesamt einzahlen. Stattdessen werden die Anträge der verschiedenen Institute von einer Kommission bewertet, welche aus Universitätsangehörigen und Studenten besteht. Ob daher die 120 gesammelten Unterschriften einen Vorteil bringen ist fraglich. Sie zeigen jedoch eindeutig, dass zwei Drittel der Studenten am Institut mit der bisherigen Verwendung der Studiengebühren zufrieden sind und sie als lehrverbessernde Maßnahmen auch weiterhin für sinnvoll halten.

weitere Informationen:

  • Allgemeine Übersicht wie Studiengebühren in Göttingen verwendet werden gibt es bei unicheck, wobei das Portal die Akzeptanz von Studiengebühren in Deutschland steigern soll und daher bei seiner Berichterstattung mit Vorsicht zu genießen ist: Uni Göttingen bei unicheck.de.
  • Die Universität Göttingen hat eine eigene Seite zum Thema Studiengebührenverwendung an der GAU.

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