Das selbstverwaltete Studentencafé in Göttingen ist tot, lang lebe das selbstverwaltete Studentencaféin Göttingen!

Gestern morgen wurde das von Besetzern geschaffene Caféim Mehrzweckgebäude der Universität Göttingen durch die Polizei geräumt! Um 5:45 Uhr wurden die drei, dort als Nachtwache weilenden, Studenten durch vermummte Polizeikräfte entfernt und der Raum daraufhin geräumt. Den ganzen Tag lang standen Einsatzwagen und Polizeikräfte vor dem Blauen Turm bereit, um einen erneuten Besetzungsversuch zu verhindern. Kaum das die Besetzer entfernt waren, begannen auch schon Renovierungsarbeiten im Raum MZG 1140, wobei diese nicht auf die Besetzung an sich zurückzuführen ist. Der Raum wurde in keiner Weise beschädigt!

Das die Unileitung und auch die Polizei ihre Rechnung jedoch ohne die Studenten gemacht hatten, zeigte die abendliche Demonstration welche noch gestern Abend kurzfristig organisiert wurde. Nach der Versammlung auf dem Göttinger Markt marschierten zwischen 200 und 300 Studenten in Richtung Göttinger Campus und konnten von den wenigen Polizeikräften nicht daran gehindert werden, sich abermals vor dem ehemaligen Cafézu versammeln. Zu einer erneuten Besetzung kam es jedoch nicht, es scheint aber der Uni und Herr Figura vermittelt zu haben, dass die Studenten bereit sind, auch weiterhin für mehr Freiräume an der Universität zu kämpfen.

In einer vor knapp einer Stunde versendeten Pressemitteilung der Besetzer heißt es, die Universität hätte eingelenkt und MZG 1140 würde den Studenten für ein selbstverwaltetes Cafézur Verfügung gestellt werden. Die gerade durchgeführten Renovierungsarbeiten würden den Raum als Caféumfunktionieren, welches morgen Mittag feierlich eröffnet werden würde.

Werte Freund_innen unseres neuen Cafés,

zum Ende des Semesters und zu Beginn des Jahres 2008 freuen wir uns, Ihnen mitteilen zu können, dass die immer eintöniger werdende Göttinger Unilandschaft um einen kleinen bunten Fleck reicher geworden ist. Am Donnerstag, den 31. Januar 2008 werden wir um 11.40 Uhr den neuen, von Studierenden selbstverwalteten Raum als Caféeröffnen (MZG/Blauer Turm 1.140).

Der ehemals besetzte Raum ist innerhalb kürzester Zeit zu einem gut angenommenen, selbstverwalteten Cafégeworden. Dies nahm auch die Unileitung zur Kenntnis und zeigt sich nun einsichtig. Nach längeren Verhandlungen mit der Universitätsleistung ist nun der Durchbruch erzielt und mit einer Instandbestzung durch die Universitätsleitung begonnen worden. Der Raum wird dann zur weiteren Verwendung in die Hände der Studierenden übergeben werden.

Der Leiter des Gebäudemanagements Rainer Bolli meinte dazu: „Ich bin froh, dass wir zu dieser einvernehmlichen Lösung gekommen sind. Nun muss es darum gehen, den Raum im Interesse der Studierenden herzurichten. Wir sehen uns da als Univerwaltung in der Pflicht. Es geht ja nicht an, dass die Studierenden ihr selbstverwaltetes Caféan der Eliteuniversität Göttingen in einem abgenutzten Seminarraum einrichten müssen. Wir renovieren das jetzt und sorgen dafür, dass für einen reibungslosen Cafébetrieb alle Annehmlichkeiten zur Verfügung stehen. Auch ich werde am Donnerstag auf einen Sekt vorbeikommen und wünsche den Studierenden alles Gute für ihre weitere Arbeit.“

Dies wollen wir nun mit Ihnen und mit allen Unterstützer_innen des Cafés – egal ob Studierende oder nicht – bei einem Sektempfang feiern.

Programm:

11:40 Begrüßung durch die Nutzer_innen
12:00 Grußworte N.N.
12:10 Feierliche Eröffnung und Namensverleihung

Das selbstverwaltete Studentencaféin Göttingen ist tot, lang lebe das selbstverwaltete Studentencaféin Göttingen! Oder doch nicht? Leider findet sich diese Pressemitteilung bisher lediglich im E-Mail-Verteiler, denn auf der Seite des federführenden Basisdemokratischen Bündnisses findet sich kein Hinweis, ob diese E-Mail auch wirklich der Wahrheit entspricht.

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