Mit den Öffentlichen in Berlin: BVG und S-Bahn arbeiten Hand in Hand um das Fahren zu einer Tortur zu machen.

S-Bahn in der Berliner Innenstadt fahren wieder

Nein, ich will mich im Sommer nicht über volle und nicht klimatisierte Züge beschweren und auch nicht über den geradezu peinlichen Zustand, dass nur ein Drittel aller Beliner S-Bahnen übehaupt fahren dürfen. Auch die von Natur aus unfreundlichen erfrischend direkten Mitarbeiter der BVG und S-Bahn sind für mich als gebürtigen Berliner keine große Überraschung. Aber wenn ich extra den Fahrplan im Internet zusammen stelle, damit ich trotz Baustellen, Umleitung und nur eingeschränkt fahrenden Zügen von A nach B komme, erwarte ich auch, dass wenigstens dieser Fahrplan funktioniert!

Als ich heute Mittag von der Gehrenseestraße zur Biermeile auf die Frankfurter Alle fahren wollte, hat mir der Fahrplan eine Verbindung mit der S75 und der U5 über den Bahnhof Lichtenberg angeboten. Eine bessere Idee hätte ich zwar auch nicht gehabt, aber so sollte ich auf der sichere Seite sein. Von Wegen! Die angepriesene S-Bahn um 11:30 Uhr kam natürlich nicht. 10 Minuten warten … da hätte ich auch spontan zum Bahnhof laufen können!

S-Bahnen die nicht nach Plan fahren sind ja dieser Tage nichts besonderes, aber wenn man dann auf dem Rückweg 3 Minuten Zeit zum Umsteigen haben soll und die S-Bahn nach Wartenberg trotzdem gerade losfährt, wenn man ankommt, dann frage ich mich tatsächlich wofür ein Fahrplan gut ist!? 20 Minuten warten …

Eigentlich hatte ich nach diesem Erlebnis mit den Öffentlichen die Nase gestrichen voll, aber das Deutsch-Amerikanische-Volksfest ist ja mal wieder und Andischatz fragte, ob ich nicht gerne mit wollte. Wie kommt man denn von Hohenschönhausen mach Moabit? Kein Problem, einfach mit dem Trämli zur Ringbahn und dann im Westhafen aussteigen. Normaler Weise eine Angelegenheit von etwa 35-40 Minuten. Sagt auch der Fahrplan aus dem Internet, der mich noch darauf hinweist, dass ich möglichst ohne Fahrrad reisen soll.

Das Trämli ist pünktlich, bin ich aber auch nicht anders gewohnt. Ärgerlich sind normaler Weise nur die sieben Minuten Wartezeit am S-Bahnhof Landsberger Allee. Pustekuchen! Wären es nur sieben Minuten gewesen. Angeblich gab es Probleme mit einem Gleisstellwerk und meine S-Bahn fällt daher ersatzlos aus. Das wird zumindest über den Lautsprecher auf dem Bahnhof verkündet! Keine Ahnung wie Lange ich warten durfte, aber dieser Beitrag ist quasi ein Live-Erfahrungsbericht :-(

Super, so macht das Benutzen der Öffentlichen in Berlin Spaß! Vor allem wenn die BVG und die S-Bahn Hand in Hand arbeiten, um einem die Fahrt so umständlich wie möglich zu machen. Wenigstens hat sich kein Fahrkartenkontrolleur erdreistet, auch noch nach einem gültigen Fahrschein zu fragen!

Diesen Beitrag kommentieren »

Wie die Touristen: Stadtrundgang durch Berlin

René habe ich auch schon seit über einem Jahr nicht mehr gesehen, seit dem letzten Erstligaspiel von Hansa Rostock beim VfL Bochum um genau zu sein. Aber Bochum, Berlin und Göttingen auf einen gemeinsamen Nenner, also Termin, zu bringen, ist alles andere als einfach. Gut, dass wir gerade beide unsere Semesterferien in Berlin verbringen. Besser noch, dass wir uns heute Nachmittag ausgiebig Zeit genommen haben, unsere eigentliche Heimatsstadt Berlin zu erkunden.

Los ging es am Alexander Platz: Treffpunkt Weltzeituhr, wie bei richtigen Touristen üblich. Wir hatten überlegt, Berlin mit Fahrräder zu erkunden, aber das erschien uns dann doch sehr anstrengend und außerdem wollten wir ja auch viele Fotos machen. Also mit der Kamera im Anschlag und genauso wie die ganzen Touristen, gingen wir Unter den Linden entlang, dann weiter an de Spree bis zum Regierungsviertel. Auch das Denkmal für die ermordeten Juden Europas und den Potsdamer Platz ließen wir nicht unbesucht.

Um den textlichen Rahmen hier möglichst kurz zu halten, gibt es hier jetzt einfach eine Auswahlgalerie von unserem Fotoausflug in die Berliner Innenstadt:

Berliner Bundestag mit Touristen und Wolken Berliner Brandenburger Tor im Gegenlicht
Der Potsdamer Platz mit dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas im Vordergrund Spazieren auf dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Diesen Beitrag kommentieren »

Mitfahrgelegenheit oder Logistikdienstleister? Von Göttingen nach Berlin mal anders.

Vorhin schrieb ich ja bereits, dass ich Göttingen mehr oder weniger fluchtartig verlassen wollte. Ganz so damatisch und vor allem spontan war das natürlich nicht. Schon am Anfang der Woche habe ich meine Mitfahgelegenheit für den heutigen Donnestagabend von Göttingen nach Berlin organisiert.

So einfach war das dann auch gar nicht, denn ich will ja drei bis vier Wochen in Berlin bleiben. Mit der normalen Reisetasche komme ich da ja nicht weit. Es durften also mal wieder meine geliebten Postversandkisten dran glauben. Da ich mit dem Versand bei der Deutschen Post nur schlechte Erfahrungen gemacht hatte, sollten die Kisten gefaelligst im Auto mit. Also mal genau bei mitfahrgelegenheit.de nachgesehen und nach möglichst großes Autos gesucht.

Wie der Zufall es wollte, wurde die an meinem Wunschtermin die mitfahrt in einem weißen Volkswagen Transport angeboten. Der Fahrer war auch überaus nett am Telefon, wenn auch wegen der wohl kuriosen Frage nach dem Übergepäck etwas irritiert. Dennoch bot er mir sofort an, einfach zwei Plätze zu nehmen und dann auf jeden Fall genug Platz für mein Monstergepäck zu haben. Statt 36 Euro würde er auch nur 25 Euro haben wollen! Geht klar, bei dem Preis brauchte ich nicht lange zu überlegen. Günstiger komme ich sicherlich nicht nach Berlin. Nicht mit meinem Gepäck zumindest.

Was jetzt nur noch fehlte war eine zügige und überraschungsfreie Fahrt nach Berlin? Die Fahrt wurde dann doch sehr abwechslungsreich, denn während Neun von Zehn Mitfahrgelegenheiten von Göttingen nach Berlin über Baunschweig und Wolfsburg nach Berlin fahren, fuhren wir erst mal in Richtung Kassel! Erst glaubte ich noch, der Fahrer hätte sich nur in der Auffahrt geirrt. Weit gefehlt, es ging über die fast fertige A38 südlich des Harzes nach Halle/Leipzig und dann die A9 entlang nach Berlin.

Die Strecke kannte ich definitiv noch nicht und so bot der Blick aus dem Fenster viel Neues. Blöd nur, dass die Fahrt trotzdem Fünf Stunden dauerte und die anderen drei Mitfahrer quasi bis vor ihre Haustür gefahren wurden. Alle außer mir wohlgemerkt, da Hohenschönhausen nicht ganz auf dem Weg lag. Wie dem auch sei, am Ostberliner Tierpark warteten schon Hea und René, um mich mit meinem Übergepäck netter Weise nach Hause zu fahren. Das beste kam aber zum Schluss, denn mein Fahrer gab mir doch glatt 5 Euro zurück, weil die anderen ja Haustür-Service bekommen haben!

Beteilige dich an der Diskussion »

Mitfahrgelegenheit von Göttingen nach Berlin: mal wieder verzweifelt gesucht!?

Jetzt sind schon wieder ein paar Tage ohne einen einzigen neuen Beitrag vergangen. Ganz so, als ob ich die Lust zu Schreiben verloren hätte oder etwa das Schreiben neuer Beiträge vor mir her schieben würde. Nichts der gleichen, ich will euch lediglich von relativ schlecht zu schreibenden Artikeln zum Thema Weggehen in Göttingen verschonen. Die gehören zwar zum Studentenleben dazu, aber sind relativ generisch oder schlicht zu spektakulär, um sie hier zu veröffentlichen. Sonst würde am nächsten Mittwochabend, also dann wenn die ATW Heimkneipe wieder offen hat, eine Horde Bildreporter und das gesammelte deutsche Boulevardfernsehen vorm ATW stehen.

Was ich jedoch immer wieder vor mir hergeschoben habe, war eine Mitfahrgelegenheit nach Berlin für dieses Wochenende zu organisieren. An für sich wollte ich ja mit der Bahn fahren, aber die streikt ja bekanntlich und ich habe keine Lust meine Freizeit auf den Bahnhöfen und Gleisen zwischen Göttingen und der Hauptstadt zu verbringen. Gestern suchte ich mir also eine Handvoll Angebote raus und nahm mir fest vor, dort noch am gleichen Abend anzurufen.

Pustekuchen! Mein Fahrrad wollte repariert werden – ja schon wieder. Danach war auch direkt Fußball, weil das mit dem Rad nicht so schnell ging und es jede Menge weitere Opfer der Radwege in Göttingen gab, die ihr Rad gerne repariert bekommen wollten. Wobei ich mir das Fußballgucken wirklich hätte sparen können! Tja, zwischen Fahrradreparatur und DFB-Pokal habe ich die Anrufe glatt vergessen. Und danach, also nach dem Fußball, war es auch wirklich zu spät um noch rumzutelefonieren. Mir blieb also nichts anderes übrig, als in die ATW-Heimkneipe zu gehen ;-)

Eben habe ich dann doch zum Telefon gegriffen um die möglichen Mitfahrgelegenheiten anzurufen. Vier waren in der Tat schon voll, auch die eine, die bei mir um die Ecke beginnt und mir den weiten Weg zum Bahnhof erspart hätte! Kurioser Weise schaffte es keiner der Anbieter sein Angebot aus Mitfahrgelegenheit.de zu entfernen. Na gut, habe ihnen trotzdem eine Gute Fahrt gewünscht, auf was wirklich jede und jeder einzelne mit einer Denkpause antwortete. Sagt mal, wie verläuft denn ein gängiges Telefonat für Mitfahrgelegenheiten sonst so?

Wie dem auch sei, habe meine Fahrt gefunden. Am Freitag komme ich nach Berlin!

Diesen Beitrag kommentieren »

Heiligabend in Berlin? Malediva in der Bar jeder Vernunft

Malediva Lebkuchen Winterspecial Berlin

Frohe Weihnachten an alle Leser!

Mein Programm für den heutigen Abend lautet übrigens “Lebkuchen: Das Malediva Weihnachtsspecial!“. Malediva bieten dieses Weihnachtsprogramm, welches eine Mischung aus bekannten und beliebten Stücken ihrer normalen Programmen und ein paar weihnachtlicher Extrastücke besteht, seit 2005 an.

Und während der Besuch beim ersten Weihnachtsspecial im Jahr 2005 noch realativ spontan und überstürzt war, ist dieser Besuch mittlerweile zur Tradition geworden. Denn zum dritten Mal im vierten Jahr ist MrOrange an Heiligabend beim Malediva-Konzert in der Bar jeder Vernunft in Berlin.

Das Weihnachtsprogramm war dabei nicht nur witzig wie eh und jeh, es hätte auch beinahe mit dem Besuch der Polizei geendet, dank Bossy Bear. Mehr dazu gibt es im Beitrag Vom Konzert in den Knast? Bossy Bear und das illegale Aufzeichnen vom Malediva-Konzert.

Diesen Beitrag kommentieren »

Lebenszeichen aus Berlin

Was musste ich mir gerade bei einem relativ spontanen Familienbesuch in Berlin anhören? Ich würde so selten neue Beiträge veröffentlichen, seitdem mich mein Praxissemester zu Volkswagen nach Wolfsburg verschlagen hätte! Jaja, selbst wenn ich jetzt etwas Neues veröffentlichen würde, haben meine familiären Stammleser vorgeschlagen, sich den vermeintlich neuen Beitrag einzuteilen und täglich nur einen Satz zu lesen, damit sie länger etwas davon hätten! Was soll ich denn jetzt dazu sagen?

Hm, lasst mich mal rechnen: Ein neuer Beitrag mit rund Fünf Sätzen macht so ungefähr Fünf Tage “Lesestoff” ;-)

Wo ich doch gerade hier am Schreiben bin, möchte ich doch auch gleich ein paar Grüße los werden an meine liebe familiäre Stammleserschaft, meine Wolfsburger Mitbewohner, meine Kommilitonen, VW-Mitarbeiter und natürlich an Pete. Pete Zafunghi!

Schöne Grüße

Beteilige dich an der Diskussion »

Exkursion mit der Geschichtsdidaktik: Ein Mal Berlin und zurück

Gedenkstätte Checkpoint Alpha Helmstedt-Marienborn

So eine Tagesexkursion von Göttingen nach Berlin hat es echt in sich, denn der Bus braucht pro Richtung mindestens vier Stunden. Mal zum Vergleich: der ICE braucht für die gleiche Strecke nur 2 Stunden und 20 Minuten. Zugegeben, der Bus ist weitaus günstiger als die Deutsche Bahn! Nach zwei Stunden Fahrt mit dem Bus, es ging schon um fünf Uhr los, war es Zeit für unsere erste Pause. Diese machten wir in Helmstedt-Marienborn, dem ehemaligen Checkpoint-Alpha auf der Transitstrecke nach Berlin. Hier griff MrOrange zum ersten Mal zum Mikrophon. Als gebürtiger Berliner musste ich meinen Kommilitoninnen natürlich etwas über Berlin erzählen und der Checkpoint-Alpha gehört ja auch irgendwie dazu.

Knapp zwei Stunden später erreichten wir die Berliner Stadtgrenze und kaum das der Checkpoint-Bravo in Sicht war, griff ich auch wieder zum Mikrophon. Es galt jetzt einen interessanten Weg von der AVUS zum Potsdamer Platz zu finden, damit wir an möglichst vielen Sehenswürdigkeiten vorbei kommen. So ging es über die Heerstraße, den Ernst-Reuter-Platz, die Siegessäule und die Nordischen Botschaften zum Potsdamer Platz. Während wir unterwegs schon die ersten Gruppen an der S-Bahn bzw. direkt am Museum absetzten, berichtete auch unser Dozent von seinen studentischen Erfahrungen in Berlin. Angeblich, denn das sagt ja jeder Dozent bzw. ehemalige Student, hätte er praktisch in den Bibliotheken der Stadt gewohnt. Am Potsdamer Platz trennten sich unsere Wege dann erst mal, denn weiter durften die einzelnen Gruppen auf eigene Faust, schließlich hatte jede Gruppe ihre eigene Geschichtsagentur (Ausstellung, Gebäude, Gedenkstätte oder Museum) zu besichtigen.

DDR-Museum in Berlin

Meine Gruppe hat sich dafür entschieden das DDR-Museum am Berliner Spreeufer zu besuchen, und so ging es zu Fuß vom Potsdamer Platz in Richtung Alexanderplatz. Ziel unseres Besuches war es, das didaktische Konzept des Museums zu recherchieren um in einem späteren Essay die Eignung des Museums für einen Besuch im Rahmen des Geschichtsunterrichts zu analysieren. Während meine beiden Gruppenmitglieder durch den Besuch des DDR-Museums zum ersten Mal “hautnahen Kontakt” mit dem Alltag in der DDR hatten, konnte auch ich mich darüber freuen, ein paar Dinge meiner frühen Kindheit wieder zu entdecken. Beispielsweise den “DDR-Lego-Baukasten Grossblock”. Der Besuch verlief überaus positiv, denn nicht nur waren vier Gruppenführungen mit Düsseldorfer Schülern in der relativ kleinen Ausstellung unterwegs, auch bot uns einer der Gruppenführer ein Interview an. Letzteres haben wir dann gleich vor der Tür am Spreeufer durchgeführt.

Konnopke's Currywurst in Berlin

Fast sechs Stunden Zeit hatten wir für unseren Ausflug zum Museum, bevor wir uns um 16 Uhr wieder mit den anderen Gruppen treffen sollten. Zeit genug um sich noch ein paar interessante Dinge in Berlin anzusehen, bzw. um mal richtige Berliner Tradition kennen zu lernen. MrOrange ließ es sich also nicht nehmen, seine beiden Gruppenmitglieder vom Alexanderplatz zur Schönhauser Allee zu scheuchen. Denn dort gibt es bei Konnopke’s die echter Berliner Currywurst, mit Brötchen und Fassbrause. Weiter ging es dann entlang der Bernauer Straße, denn dort existiert noch ein originales Stück der Berliner Mauer. Ein Muss für jeden Berlinbesucher!

Bunker Gesundbrunnen Berliner Unterwelten

Zum Abschluss unseres Berlinbesuches gab es etwas ganz besonderes: eine Tour durch den Flakturm/Bunker im Humboldthain am Berliner Gesundbrunnen. Glücklich konnten sich diejenigen schätzen, die an warme Kleidung gedacht hatten. Denn auch während es draussen “bombig” heiß war, lagen die Innentemperaturen bei rund sieben Grad! Die Führung durch den Flakturm war in der Tat der Höhepunkt unseres Besuches, denn so nah kommt man tatsächlicher Geschichte sonst nur selten … auch als Historiker.

Damit war unser Berlinbesuch auch fast beendet, denn gegen 19 Uhr sollte es vom Potsdamer Platz auch wieder zurück nach Göttingen gehen. Nicht jedoch ohne einen Ausflug in das ehemalige Ostberlin zu machen, hatten sich doch die meisten Gruppen Gedenkstätten und Museen im Westteil der Stadt ausgesucht. So fuhren wir zumindest die Leipziger Straße bis zum Alexanderplatz hinauf um dann über Unter den Linden und den Tiergarten wieder zur Heerstraße zu fahren. Um Mitternacht kamen wir wieder in Göttingen an.

Meine Fotos von der Berlinexkursion gibt es auch ….

Beteilige dich an der Diskussion »