Auf Recherche im Hamburger Staatsarchiv

Ich bin gerade im Hamburger Staatsarchiv zu Besuch. Nachdem ich letzten Freitag schon mal hier war und im Praktikumsbüro berichtete, dass man mich ruhig öfter hier hin schicken könnte, habe ich für heute einen Folgeauftrag bekommen.

Ach, warum ich mich gleich wieder für die Arbeit im Staatsarchiv der Hansestadt angemeldet habe? Da ein Bild bekanntlich mehr als Tausend Worte sagen kann, versuche ich es einfach mit selbigem zu illustrieren:


Lesesaal im Hamburger Staatsarchiv

Ich bin natürlich nicht zum Spaß hier, ich habe mir einen Berg Akten bestellt, den es jetzt abzuarbeiten gilt. Aber das macht in dieser orangen Umgebung gleich doppelt Freude.

Ein rechtlicher Hinweis: Die Bildrechte liegen bei Corinna Jockel, es ziert auch die Internetseite des Hamburger Staatsarchivs.

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Autogenes Training als Referatseinstieg?

… und ich dachte ich hätte alles erlebt, was Referate an der Universität angeht! Aber einer meiner Kommilitonen sollte mich heute mit seinem Referat über Alterität im Geschichtsunterricht eines besseren überzeugen. Anstatt direkt ins Thema zu gehen, bittet er uns die Augen zu schließen und mit ihm auf eine Reise zu gehen. Autogenes Training oder doch nur viel zu viel Fantasie? Nun ja. Mit einem roten Ballon geht es von Göttingen nach Süd-Osten. Über die Alpen und 280 Jahre Geschichte hinweg in die Steiermark im Jahr 1720. Dort angekommen sollten wir uns mit einer Quelle auseinander setzen. Es ging um das damals zeitgenössische Ölgemälde “Kurze Beschreibung der in Europa Befintlichen Völckern Und Ihren Aigenschafften”.

Das Referat ist übrigens durch und durch gelungen! Nur eines hat unser Referent nicht bedacht, denn nachdem das Referat zu Ende war, ließ er uns einfach in der Steiermark im Jahr 1720 zurück. Wie sollen wir denn jetzt zurück in die Gegenwart kommen ;-)

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Neues Passwort für den Downloadbereich der Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Göttingen

Studenten der Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Göttingen können ihre Materialien für die Seminare, Übungen und Vorlesungen im Internet herunter laden. Einfach, unkompliziert und sehr vorbildlich! Andere Institute greifen dafür auf einen Handapparat in der Bibliothek zurück. Da es sich bei den Texten natürlich um urheberrechtlich geschütztes Material handelt, ist dieser Bereich unserer Internetseite nur mit einem Passwort zugänglich.

Obwohl die Vorlesungszeit des Sommersemester 2007 an der Göttinger Georg-August-Universität schon letzte Woche begann, fangen die Veranstaltungen der Wirtschafts- und Sozialgeschichte erst nächste Woche an. Grund genug also, um sich die nötigen Materialien auszudrucken, schließlich will MrOrange nicht unvorbereitet in sein Seminar, seine Übung und seine Vorlesung gehen. Dummerweise funktioniert das alte Passwort nicht mehr … kein Problem, denn ich habe mich kurzer Hand daran gemacht “das Passwort zu hacken”.

Ganz so dramatisch war es dann doch nicht, denn wer das alte “Passwort” kennt und weiß wie es entstanden ist, sollte auch recht leicht auf das neue kommen. Wirklich kreativ sind unsere Administratoren da nämlich nicht gewesen. Geographiekenntnisse helfen bei der Lösung ungemein.

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Die wichtigsten Fragen im Seminar: Scheinfragen!

Wer sich jetzt fragt, was Scheinfragen denn überhaupt seien oder gar meint, diese wären wohl rhetorische Fragen oder sonst irgendwie unwichtig, ist wohl kein Student oder studiert einen Bachelorstudiengang! Eigentlich sind Scheine ja ein Relikt aus der Vor-technologisierten-Bachelor-Zeit, denn während es heute für Studenten wichtig ist, ihre Module abzuarbeiten, mussten früher fleissig Scheine gesammelt werden. Bei den Bachelor- und Masterstudenten wird dies heute digital gelöst, so das Bachelor und Master maximal einen Exkursionsschein sehen.

Wie dem auch sei, die Scheinfragen sind überaus wichtig, denn obwohl der Bologna-Prozess schon seit Jahren umgesetzt wird, gibt es immer noch Studenten die Diplom, Lehramt oder gar Magister studieren. Sollte diese drei Studienrichtungen noch mit den Bachelorstudenten und vereinzelten Masterstudenten in einem Seminarraum sitzen, ist das studentische Scheindrama komplett. Jeder Studiengang hat andere Prüfungs- und Studienordnungen, Spielregeln wenn man so will. In einem meiner Seminare in der Geschichtsdidaktik sitzen 11 Personen, davon 7 Lehrämter, zwei Bachelor und je ein Magister und Master, und natürlich braucht jeder einen anderen Schein!

In besagtem Seminar wurden die Scheinfragen jedoch recht einfach geklärt, denn unsere Dozentinnen sagten kurz und knapp: „In Scheinfragen sind wir zu allem bereit!“ Gut das wir das geklärt haben, denn MrOrange braucht gar keinen Schein – Ich brauche ECTS-Punkte und diese sind in besagtem Seminar nicht angegeben! Eine Lösung wird sich aber finden!

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Beim Schreiben einer Hausarbeit sollte man genau auf korrekte Zitate achten, nicht wahr MrOrange?

Was war des eben wieder für eine Aktion? Habe das dritte Kapitel meiner Hausarbeit über Coca-Cola im Dritten Reich gerade korrekturgelesen, nur um doch noch ein paar Sätze zu verändern und zu verschieben. Vorbildlich wie ich aber bin, wollte ich danach auch kontrollieren, ob das angegebene Vergleichszitat trotz Sinnverschiebung immer noch richtig ist! Hm, Seite 19 in einem Mommsen-Aufsatz über die apolitische Haltung von Unternehmen in der NS-Zeit? Komisch, meine Bibliographie gibt eben jeden Aufsatz mit den Seiten 69 bis 72 an. Woher kommt denn zum Teufel ein Zitat auf Seite 19 und kurz darauf auf Seite 22?

Super, MrOrange durchkramt also sämtliche Ausdrucke und Kopien, die hier auf seinem Bett und Schreibtisch rumliegen, nur um keinen zweiten Mommsen-Aufsatz zu finden? Was nun? Woher stammt dieses Zitat? Hm, gut das ich meine Bibliographie mit thematischen Stichwörtern versehe: Nach nochmaligen durchsuchen fällt mir ein Turner-Artikel zum Thema Unternehmen unter dem Hakenkreuz auf. Seitenangaben passen auch wunderbar!

Was ist also passiert? Wieso zitiere ich Mommsen wenn ich doch eigentlich auf Turner verweisen wollte? Ganz einfach, als Deckblatt für jeden Ausdruck verwende ich das Inhaltsverzeichnis, dumm nur, wenn man dann dort den falschen Artikel, mit dem falschen Autor, markiert … schnell der Namen geändert und fertig!

Fertig? Eigentlich wollte ich doch die Authentizität des Zitats kontrollieren und das hatte ich doch tatsächlich, nach dieser halbstündigen Odyssee hier, vergessen! Oh Mann! Zitat stimmte aber ;-)

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Literatur, Quellen und Wikipedia

Literaturrecherche und Quellenarbeit gehört zum Studium einfach dazu, fachübergreifend. Ob es um das Halten eines Referates oder das Schreiben einer Hausarbeit geht, ohne das Sammeln, Sichten und Bearbeiten von Literatur und Quellen wird es nicht gelingen. Dabei stellt sich häufig die Frage, wie mit Wikipedia umzugehen ist? Kurz gesagt: Darf man Wikipedia zitieren? Dieser Frage ging Peter Haber in einem Beitrag bei histnet nach und kam zu der Antwort: „Ja, man darf Wikipedia zitieren, aber …

Zitate aus Wikipedia sind grundsätzlich erläuterungsbedürftig, d. h. wenn jemand Wikipedia zitieren möchte, muss er/sie eine Begründung mitliefern, weshalb an dieser Stelle diese Quelle (und keine andere) verwendet wird.

Nicht nur der Artikel Wikipedia: zitieren oder nicht zitieren? ist lesenswert, auch die verschiedenen Kommentare zur Zitierfähigkeit von Wikipedia sind es!

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Nachbereitung der Klausur zum Thema Zweiter Weltkrieg

Das Ergebnis meiner ersten Klausur im Master für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, die gleichzeitig meine erste richtige Geschichtsklausur überhaupt war, fiel mit 2,7 nur befriedigend aus. Die Klausur an sich, das Thema war übrigens der Nationalsozialismus, schien gar nicht so schwer, demnach ist dieses Klausurergebnis – nüchtern betrachtet – eher schlecht. Du willst gar nicht lange um den heißen Brei herum lesen? Dann geht es hier direkt zur Zusammenfassung der Klausurnachbereitung.

Warum eine Klausur überhaupt nachbereiten?

Die Einsicht der Klausur ist eigentlich eine ernste Angelegenheit, bzw. sollte vom Studenten nicht nur ernst sondern auch wirklich wahrgenommen werden. Schließlich kann man von der Note alleine keine Rückschlüsse ziehen. Welche Rückschlüsse? Zum Einen kann man Stärken und Schwächen in der Vorbereitung analysieren, in dem man überprüft welche Themenbereich wie viele oder eben wie wenige Punkte gebracht haben. Zum Anderen kann man auch feststellen, wo die Probleme beim Essay (Aufsatz) lagen, man also am Schreibstil arbeiten sollte. Zugegeben, bei 1,0 (Sehr gut) oder 5.0 (nicht bestanden) erübrigen sich diese Fragen natürlich.

Analyse der Klausur

  • Teil A 8 von 10 Kurzfragen mit je 2,5 Punkten
  • Teil B 8 von 10 Fragen mit je 5 Punkten
  • Teil C 2 von 3 Essays mit je 30 Punkten

Analyse der Klausurergebnisse

In Teil A habe ich 15,5 von 20 möglichen Punkten erreicht, was 77,50 Prozent entspricht. Es galt 8 von 10 relativ einfache Fragen per Aufzählung oder Stichpunkten zu beantwortet. Meine Schwächen lagen thematisch in der Ausschaltung der Arbeiterbewegung durch die Nationalsozialisten, in der Phaseneinteilung des Zweiten Weltkrieges und der Kriegswirtschaftsverordnung vom 4. September 1939. In diesen drei Fragen hatte ich entweder keine Punkte oder aber nur halbe Punkte erreicht.

In Teil B habe ich 23,5 von 40 möglichen Punkten erreicht, was 58,75 Prozent entspricht. Hierbei mussten 8 von 10 Fragen in detaillierter Form beantwortet werden, wobei dies in Stichpunkten oder als Text geschehen konnte. Neben den 1,5 Punkten, die bei fast allen Antworten fehlten, bekam ich für die ideengeschichtlichen Voraussetzungen des NS-Wirtschaftsprogrammes von 1936 und den Vergleich der Lebensmittelversorgung im Ersten und Zweiten Weltkrieg gar keine Punkte.

In Teil C bekam ich für den Kurzessay über die Fremdarbeiter im Nationalsozialismus 18 von 30 Punkte (60 Prozent) und im Kurzessay über den Speer Mythos 27 von 30 Punkten (90 Prozent). An dieser Stelle kann inhaltlich bzw. zur Punktvergabe nicht viel analysiert werden, da der ich bisher keinen Erwartungshorizont gesehen habe.

Rückschlüsse anhand der Analyse der Klausur

Die im Teil A erreichten Punkte hätten durchaus höher sein können. Der Grund für die wenigen Punkte im Bereich der Arbeiterbewegung könnte darin liegen, dass MrOrange bei dieser Vorlesung nicht anwesend war und die Texte nicht ordentlich nachbearbeitete. Die Phaseneinteilung verwirrt mich im übrigen immer noch, da diese militärisch oder wirtschaftlich vorgenommen werden kann. Entweder ich lag mit meiner kriegspolitischen Einteilung komplett daneben oder die wirtschaftliche Einteilung wurde verlangt.

Die im Teil B erreichten Punkte sind alles andere als zufrieden stellend, wobei hierbei eine Mischung aus falsch eingeschätztem Umfang der Antworten und schlicht falschen Antworten auf Grund von falschinterpretierten Fragestellungen den Ausschlag gaben. Die ideengeschichtliche Voraussetzung des Wirtschaftsprogramms ist eben die ideengeschichtliche und nicht das, in diesem Fall fehlende, Wirtschaftsverständnis der führenden Nationalsozialisten. Eine detailliertere und klarere Formulierung der Antworten hätte hier wohl ebenfalls ein paar Punkte mehr eingebracht.

Der Teil C irritiert und beruhigt mich gleichermaßen. Denn während ich schon beim Schreiben beider Aufsätze ein gutes Gefühl hatte und glaubte gut vorbereitet zu sein, hatte ich im ersten Moment die schlechte Note in meiner Art zu Schreiben gesucht. Da diese Kurzessays von einem der 4 Leitern der zur Vorlesung gehörenden Übung gelesen wurden, hätte nicht leserliche Schrift oder eben mein eher unterhaltsamer Schreibansatz zu Punktabzügen führen können. Das einer der Aufsätze jedoch 90 Prozent und der andere 60 Prozent erreichte bezeugt zumindest, dass es sicherlich nicht am Schreibstil lag! Irritierend ist jedoch die Tatsache, dass wir beide Themen gerade erst am Ende des Semesters hatten und somit noch hätten “frisch in Erinnerung” sein müssen. Näheres werde ich aber erst sagen können, wenn ich mit meinem Übungsleiter die Klausur persönlich durch gegangen bin!

Zusammenfassung der Ergebnisse

Die 84 von 120 erreichten Punkte (70 Prozent) sind in der Tat nur befriedigend. MrOrange hätte deutlich mehr Punkte erreichen können, wenn er ein paar Regeln befolgt hätte:

  1. die Fragestellungen jedes Mal richtig lesen
  2. die Antworten klar bzw. detailliert verfassen
  3. den Umfang der Antworten den zu erreichenden Punkten anpassen

Die nächste Geschichtsklausur kommt bestimmt … d.h. eigentlich kommt sie auf jeden Fall. Nämlich am Ende des nächsten Semesters ;-)

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