Klausurbericht: Die Blogger treten als erste ab!

Letzte Woche hatte ich mich noch für die mangelnde Blogfrequenz entschuldigt, aber die Klausuren wollen ja möglich gut vorbereitet werden. Am Dienstag war es dann so weit, die Klausur in Wirtschafts- und Sozialgeschichte fand endlich statt. Im großen ZHG 010 saßen wir knapp 160 Kommilitonen und Kommilitoninnen und durften uns 90 Minuten über die Industrialisierung und Industrielle Revolution auslassen.

90 Minuten Zeit für 16 Fragen und zwei Essays … ziemlich knapp bemessen und dass bei einem hohen Fragennivaeu. Wie das aber so ist, nach spätestens 60 Minuten bekommt MrOrange einen Krampf im rechten Handgelenk … mit anderen Worten, die ersten 60 Minuten schreiben wie der Teufel und danach nur noch Rechtschreibfehler korrigieren und solche Späße.

Nach etwa 70 Minuten ist die Klausur für mich vorbei gewesen. Jedoch nicht nur für mich, eine unser Hiwis ging früher genauso wie Isabell. MrOrange scheint also nicht der einzige zu sein, der nicht lange mit Kuli Schreiben kann. Don Lupus bemerkte gerade recht treffend “Die Blogger sind eben als erste aus der Klausur gegangen … rudimentär entwickelte Schreibmuskeln vom vielen Tastaturschreiben“. Könnte aber auch an den miserablen Tischen liegen, die nämlich schräg angebracht sind und keinen Platz für das Ablegen des Handballens lassen, aber das ist nur eine Theorie ;-)

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Nachtrag zum vorzeitigen Verlassen von Vorlesungen

Letzte Woche habe ich von einem kleinen Exkurs meines Dozenten berichtet, der sich darüber Gedanken gemacht hatte, wann und unter welchen Umständen man als Student Seminare und Vorlesungen vorzeitig verlassen darf. Kurz zusammen gefasst hieß das wohl nicht ganz ernst gemeinte Ergebnis: “Nur im nahenden Todesfall!

In meiner Vorlesung heute Morgen hat ein anderer Dozent weit aus mehr Mitgefühl für uns Studenten ausgedrückt, die ja eine 90-minütige Vorlesung auch erst mal hinter sich bringen müssen:

… bevor Sie mit fallenden Augenliedern vor mir auf die Tische sinken und mir einen Adrenalinschock geben … ich permanent darüber nachdenke, wie ich Sie wieder animieren und motivieren kann: Gehen Sie raus, machen Sie einen Spaziergang, Trinken Sie etwas und kommen Sie dann wieder. Ich habe vollstes Verständnis wenn Sie rausgehen, kann auch verstehen wenn Sie nicht wiederkommen, auch wenn mich das doch etwas trifft.

Ihnen gehört mein tiefes Mitgefühl, da ich weiß, dass sie nicht nur meine Vorlesung hören müssen, sondern auch noch andere.

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Unter welchen Umständen darf man Seminare und Vorlesungen vorzeitig verlassen?

Diese Frage stellte einer meiner Dozenten im Hauptseminar diese Woche. Ihm sei es ganz und gar unverständlich, wieso immer wieder Studenten seine Seminare, Übungen oder Vorlesungen vor dem Ende verlassen würden. Nach einigen weniger überzeugenden Gründen stellte er jedoch klipp und klar fest, unter welchen Umständen er frühzeitiges Gehen für gerechtfertigt hält:

Wenn sie merken, das das Ende naht, gehen sie vor die Tür und sterben dort. Andere Gründe um eine Veranstaltung früher zu verlassen gibt es nicht.

Es ist allerdings davon auszugehen, dass dies nicht unbedingt ernst gemeint ist. Dennoch: Gut das wir mal drüber gesprochen haben ;-)

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Sitzplätze auf der Treppe und unserer Industrialisierungsvorlesung nicht sonderlich bequem sind und man nach 70 Minuten nicht mehr sitzen kann? Ich könnte mir allerdings auch vorstellen, dass einige Studenten sich mit dem vorzeitigen Verlassen der Veranstaltung nur die Zeit zurückholen wollen, die unser Dozent gerne mal überzieht. Denn aus durchschnittlichen 3 Minuten pro Vorlesung und Hauptseminar kommen im Semester etwas mehr als eine Stunde “Nachspielzeit oder Verlängerung” zusammen…

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Mal wieder eine Vorlesung am frühen morgen, bei der alles schiefgeht, was nur schiefgehen kann.

Hat mich Christoph nicht gestern noch dazu überredet, die Vorlesung zur Wirtschaftspolitik doch auch mal persönlich zu besuchen? Ist ja auch gar nicht wichtig frühmorgens zur Veranstaltung zu gehen, schließlich wird sie ja aufgezeichnet und kann daher übers Internet wiederholt werden – jederzeit und so oft man vielleicht möchte. Sogar auf den iPod könnte man sie sich runter laden und dann, was weiß denn ich, beim Joggen oder Inline-Skaten anstatt lauter Musik, eine Einführung in die Wirtschaftspolitik hören!?

Wie dem auch sei, denn obwohl ich sonst die Vorlesung zur Wirtschaftspolitk am Wochenende ansehe, bin heute doch mal um 8 Uhr zur Vorlesung zu gehen. Nur um dann doch alleine hier zu sitzen, weil Christoph selbst nicht rechtzeitig aufgestanden ist. Alleine ist natürlich übertrieben, denn die Vorlesung ist gut besucht. Aber wer weiß, denn anscheinend war der Besuch doch nicht umsonst, denn es gibt heute massive Probleme bei der Aufzeichnung der Vorlesung.


Probleme bei der Lecturnity Aufzeichnung Uni Goettingen

Erst will der Beamer nicht arbeiten, dann lässt sich das Videomodul nicht nutzen, mit dem der Professor sonst wichtige Punkte in der Powerpoint-Präsentation hervorhebt und markiert. Kurz gesagt, die sonst interaktive Präsentation wird zu einer regulären Vorlesung, in der der Dozent lediglich über das Vorlesungsthema referiert. Kurz gesagt, der einzige Vorteil sich die heutige Vorlesung im Internet anzusehen ist, das man einen “Pauseknopf” hat.

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Seminarausfall und wie sich ein Ersatztermin finden lässt?

Jedes Semester beginnt das gleiche Spiel von vorne, zumindest für die meisten Studenten in Deutschland: der Stundenplan für das neue Semester muss erstellt werden. Das dies nicht immer einfach ist, kann ich aus sieben Semestern an deutschen Universitäten versichern. Vermeintlich wichtige Pflichtveranstaltungen können sich da durchaus mal überschneiden. Ganz zu schweigen von den inflationär genutzten Tutorien, die jedem Göttinger Wirtschaftsstudenten empfohlen werden. Richtig interessant wird es aber, wenn man versucht zwei Fächer miteinander zu kombinieren.

Wie dem auch sei, das beste kam nämlich heute. In unserer Einführungsveranstaltung in die Wirtschaftspädagogik offenbarte uns unsere Dozentin, dass die Veranstaltung nächste Woche wohl ausfallen müsste. Nichtsdestotrotz würde sie das Seminar gerne nachholen wollen und fragte nun, ob wir vielleicht auf einen gemeinsamen Termin kommen könnten.

Wie sieht es denn mit Donnerstag 10 bis 12 Uhr aus?” … “und mit Freitag 10 bis 12 Uhr” … “aber Freitag 8 bis 10 Uhr!” … “aber Montag 8 bis 10 Uhr, der beliebtesten Vorlesungszeit deutscher Studenten?”

Nichts leichter als dass, gibt es doch zwischen Montag 8 Uhr und Freitag 20 Uhr in etwa 25 mögliche Zeitblöcke! Schnell kristallisierte sich jedoch heraus, dass dies bei 20 Studenten nicht so einfach werden würde. Die abschließende, aber obligatorische Frage “Wie sieht es denn bei Ihnen am Wochenende aus?“, setzte dem dann doch die Krone auf.

Wir treffen uns jetzt jedenfalls in zwei Wochen am Montag um 8:15 Uhr, zur wohl beliebtesten Vorlesungszeit! ;-)

Warum ich nach Geschichtsdidaktik nun auch noch Wirtschaftspädagogik belege? Ganz einfach, wie man Geschichte am besten vermitteln kann habe ich bereits gelernt. Wie sich aber wirtschaftliche Sachverhalte verständlich präsentieren kann, z.B. in betrieblichen Weiterbildungsseminaren, ist eine ganz andere “Geschichte”.

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Vermeintlich freie Sitzplätze in der Vorlesung Makroökonomik I – Wäre ja auch zu schön gewesen!

Montagmorgens um 10 Uhr in Göttingen: Auf dem Programm steht Makroökonomik I in Raum ZHG 008. Raum 8 im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität Göttingens wurde gerade erst mit modernisiert, Studiengebühren sei Dank. Es gibt neuen Teppich, einen neuen Beamer, ein modernes Redepult und vor allem neue Sitzreihen. Nicht sonderlich bequem, aber dafür sind wir ja auch nicht hier.

Obwohl die Vorlesung s.t., also Punkt 10 Uhr, beginnt, ist der Saal schon kurz vor Beginn brechend voll. Wir Master der Wirtschafts- und Sozialgeschichte haben uns nicht umsonst Plätze in der zweiten Reihe gesucht. Weiter vorne geht es nicht. Zumindest nicht, wenn man eine “Schreibtischplatte” am Sitz haben möchte.

Ähnlich wie unsere eigene Vorlesung der Wirtschafts- und Sozialgeschichte zur Industrialisierung, platzt auch Makro I aus allen Nähten. Schön das neben mir noch zwei freie Plätze sind …


fehlende Sitzplätze im ZHG 008 der Uni Göttingen

Irgendwie scheinen hier zwei Sitze zu fehlen, was allerdings niemanden von den neu hereinkommenden Studenten davon abhält, sich über die freien Plätze zu freuen und direkt besetzen zu wollen. Eigentlich sollten ja die vielen auf den Treppenstufen sitzenden Kommilitonen andeuten, dass hier etwas nicht stimmen kann. Die Freude über vermeintlich freie Plätze weicht spätestens dann Ernüchterung, wenn die besagten Studenten vergeblich versuchen, den Sitzplatz hinunter zu klappen.

Ob da die Studiengebühren nicht gereicht haben? Nun gut, ich werde jetzt wieder den Ausführungen von Professor Rübel folgen. ;-)

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Von wegen Wirtschafts- und Sozialgeschichte wäre nur ein Randfach!?

Da soll mich bitte noch mal jemand fragen, warum ich mit Wirtschafts- und Sozialgeschichte für ein Exotenfach studieren würde. Auf dem folgenden Bild kann man ganz gut erkennen, dass unsere diessemestrige Vorlesung zur Industrialisierung aus allen Nähten platzt:


IMAGE_439.jpg

An für sich kenne ich so etwas nur aus Veranstaltungen in Greifswald, mit der dazugehörigen Anekdote von 4-Mann-Seminaren vor noch wenigen Semestern. Na mal sehen, wie sich das in den kommenden Wochen entwickelt, bisher war es ja so, dass die Besucherzahlen Woche für Woche zurück gingen und in der letzen Veranstaltungen plötzlich wieder explodierten.

Warum sich aber gerade in diesem Semester unsere Vorlesung solcher Beliebtheit erfreut, kann ich mir allerdings nicht erklären. Wobei die Industrialisierung natürlich ein außergewöhnlich spannendes Thema für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte ist. An den guten Klausurergebnissen liegt es jedenfalls nicht, denn der Klausurenschnitt lag im vergangenen Semester bei lediglich 3,3.

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