Frühjahrsputz im Studentenwohnheim Albrecht-Thaer-Weg

Die Einen räumen mal wieder ihr Zimmer aus, Andere hängen die Teppiche raus um sie auszuklopfen und wieder Andere lassen es gleich sein mit dem Frühjahrsputz. Ganz anderes verhält es sich im Albrecht-Thaer-Weg Studentenwohnheim, denn hier wurden heute morgen die Kettensägen zum Frühjahrsputz ausgepackt!

Es ist kaum 7:30 Uhr und der durchschnittliche Student schläft wohl auch noch, aber nicht so die Gartenbauer mit ihren Kettensägen am heutigen Morgen. Das laute durchdrehen einer dieser ominösen Gartenhelferlein hat mich natürlich auch geweckt, aber so gewinne ich ja noch die eine oder andere Stunde!

Im ersten Augenblick dachte ich, dass lediglich die schöne, dichte und hohe Hecke vor meinem Fenster gestutzt werden sollte. Nur hätte das unmöglich länger als eine halbe Stunde gedauert. Aber noch eine Stunde später wurde dort geschnitten, gehechselt und Krach gemacht. Also ab in die Wohnheimsverwaltung und nachgefragt, was der morgendliche Spaß denn eigentlich soll?

Gartenbauamt-beim-Fruehjahrsputz-im-Studentenwohnheim die-hecke-vor-dem-Kettensaegenmassaker Ausblick-aus-mein-Zimmer-und-die-gestutzte-Hecke

Die Ernüchterung kam spätestens nach dem Besuch im Wohnheimsbüro: Nicht nur sollten die Hecken gestutzt werden, sie sollten bis auf 50 cm runter geschnitten werden. Auch die drei Bäume vor meinem Fenster sollen weg. Mal ganz davon abgesehen, dass diese Aussage nur auf meinen Fensterblick beschränkt war. Im ganzen Wohnheim wurde zum Kahlschlag angesetzt … um 7:20 Uhr am morgen.

Nun ja, mein Zimmer hat jetzt nicht nur einen super Ausblick, so ohne Hecke und Bäume, es hat auch super Einblick … na ob ich da mal nicht ganz schnell einen Umzugsantrag stelle. Als Kellerkindbewohner habe ich ja sogar Priorität. Im Zweifelsfall würde es eine Gardine oder Ähnliches wohl auch tun …

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Ein englisch-sprachiger Comic über Traudl Junge, Sophie Scholl und eine Linie von persönlicher Verantwortung

Wie es der Zufall wollte und es ist tatsächlich auf wahlloses Durchklicken einer Sammlung von eher unterhaltenderen Comics geschuldet, fand ich heute einen geschichtswissenschaftlich wertvollen Comic über Traudl Junge und Sophie Scholl den ich gerne mit euch teilen möchte:

The Line - comic about Traudl Junge and Sophie Scholl

Der Comic stellt die Lebensgeschichten von Traudl Junge (die letzte Sekretärin Hitlers) und Sophie Scholl (Mitglied der Weißen Rose) gegenüber und kommt zu dem Schluss, dass es sich hierbei weder um eine deutsche Geschichte, noch überhaupt Geschichte handelt. Im Mittelpunkt des Comics steht eine Linie über die persönliche Verantwortung, zwischen Empathie und Sympathie, zwischen einfach und schwierig zu unterscheiden – kurz sich selbst gegenüber ehrlich zu sein.

Dieser Comic ist vor allem deshalb so erwähnenswert, weil die meisten Verbindungen von modernen Medien und Geschichte, sei es im Internet oder Fernsehen, entweder unterhaltenden oder schockierenden Charakter haben. Für Beispiele der schockierenden Natur reicht ein Blick auf die historisch vorbelasteten Fundstücke aus dem Internet, die der surfende Klio in seinem Blog präsentiert.

Heute vor 67 Jahren wurde Sophie Scholl zusammen mit ihrem Bruder Hans und Christoph Probst durch das Nationalsozialistische Regime ermordet. Mehr zur Weißen Rose bei Wikipedia oder aufgrund der Aktualität beim Nachrichtendienst für Historiker.

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Freitagabend am blockierten Buchscanner in der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen

Ist denn das zu glauben? Man ahnt nichts böses und möchte doch eigentlich nur die Wochenendausleihe in der Bereichsbibliothek für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Göttingen ausnutzen, um ein paar Aufsätze und ein paar Bücher zu kopieren.

Normaler Weise geht der Spaß Freitags ab 14 Uhr mit einer langen Schlange an der Ausleihtheke in der BB WISO los. Wobei ich dies heute galant umgangen bin, da ich erst nach dem vergeblichen Versuch um 18 Uhr mit Wolf in die Mensa zu gehen, meine Bücher abholte.

Kaum habe ich meine Fünf Aufsatzbände bzw. Bücher zusammen gesucht, ging es rüber in die Staats- und Universitätsbibliothek um dort am Bücherscanner zu arbeiten. Da dort die Schlange meist etwas länger ist, habe ich mir vorbildlicher Weise etwas zum Arbeiten mitgebracht. Angekommen und die Bücher zum Scanner vor den Eingang zum Freihandmagazin geschleppt, fand ich eigentlich keine wirkliche Schlange vor.

Es stand lediglich eine junge Danke am Scanner und mühte sich mit einem alten Zeitschriftenband ab. Irritierender Weise saß jedoch an dem Schreibtisch vor dem Buchscanner ein Doktorand (vermute ich mal dreist), der dort an seinem eigenen Scanner arbeitete.

Habe ich übrigens auch noch nicht gesehen, dass jemand seinen eigenen Scanner in die Bibliothek schleppt und sich dann vor allem direkt vor einen Buchscanner setzt! Wie dem auch sei, denn das eigentlich krasse sollte ja noch kommen.

Nach rund einer Stunde ist die Studentin noch immer nicht fertig mit ihrem Zeitschriftenband! Die große Überraschung war aber die Frage des Doktoranden als die Kommilitonin eine halbe Stunde später fertig war, ob sie “noch einen Band Einscannen oder lieber Schluss für heute machen” wollte!? Wie bitte was?

Ich hätte echt kotzen können! Wie lange wollen die beiden, wobei die vermeintliche Kommilitonin wohl eher als bezahlte Kopierkraft zu bezeichnen wäre, den Buchscanner denn noch blockieren! Der wurde doch verdammt noch mal nicht dafür hingestellt, damit die Herrschaften Doktoranden das Gerät … stundenlang … meine Studiengebühren … gibt es doch gar nicht!

Ein Ende ist immer noch nicht in Sicht obwohl ich hier nun schon zwei einhalb Stunden stehe und meine “Überbrückungsaufgaben” längst abgeschlossen habe! Ich glaub es ja echt nicht!

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Tatachenbericht aus der Göttinger Bereichsbibliothek kurz vor der Klausurenphase

In der Bereichsbibliothek für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Göttingen erlebt man mal wieder Allerhand. Zuerst bedarf es einer längeren Suche nach einem Arbeitsplatz und dann erwischt man natürlich einen dieser Paradeplätze.

Paradeplätze übrigens im doppelten Sinn. Denn zum einen marschieren an meinem Schreibtisch gefühlte 10 Studenten pro Minute vorbei und zum anderen habe ich diesen berühmten “hier liegen meiner Bücher für später weiterarbeiten” Stapel auf dem Nachbarplatz. Während das erste Problem mit dem berühmten BBWISO-Bermudadreieck Kellerdreieck aus Kopierraum, Treppe und großer Wegkreuzung zusammenhängt, ist letzteres wohl für nahezu alle Universitätsbibliotheken typisch. Kurios ist jedoch immer wieder, dass diese Tische bis weit nach der Mittagszeit ein verwaisten Eindruck machen.

Die gehobene Lautstärke in der direkten Umgebung des BBWISO-Kellerdreiecks konnte ich noch ganz gut mit Ohropax bekämpfen. Mit meinem Nachbarplatz sollte ich dann doch mehr Freude haben: Erst setzt sich ein stark nach Doktorand aussehender, junger Mann dreist-illegaler Weise an den doch mit so vielen Büchern belegten Arbeitsplatz und dann kommt der fiese Schreibtischblockierer doch tatsächlich vorbei.

Der Blockierer spielt übrigens den geläuterten Studenten und will eigentlich nur seine Bücher abholen, weil er doch einen viel besseren und gleichzeitig freien Schreibtisch gefunden hat. Dummer Weise ist der Doktorand eher apologetisch veranlagt und entschuldigst sich erst für sein “Fehlverhalten des blockieren eines blockierten Schreibtisches”, nur um danach den Schreibtisch freizugeben. Irritierender Weise verließen dann bei den Schreibtisch, der jetzt natürlich uneingeschränkt frei bliebt.

Dies jedoch nur für kurze Zeit, denn die Schreibtischnachfrage ist dieser Tage besonders hoch. Mein neuer Schreibtischnachbar feierte sein unglaubliches Glück, also das Finden eines freien Schreibtisches, gleich mal mit den Klingeln seines Handys. Und nachdem er sich dafür entschuldigt hatte, mit der überlauten Hochfahrmelodie seines Laptops. Passend zu seinem lila-farbenen Pulli hatte er dann auch gleich einen hochroten Kopf.

Nun ja, was macht man nicht alles für einen freien Schreibtisch in der Bibliothek. Dabei haben wir noch nicht einmal Klausurenphase in Göttingen! Dies würde auch erklären, warum mein Nachbar mit dem lila-farbenen Pulli die ganze Zeit im Internet surft …

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Sturmtief Daisy hat Deutschland fest im Griff und in Göttingen wird Schlitten gefahren?

Kurioses Verkehrsschild fuer Schlittenfahrer in Goettingen

Norddeutschland versinkt dank Sturmtief Daisy im Schnee, so wie mein Studentenwohnheim um den Jahreswechsel, und hier in Göttingen werden die Schlitten ausgepackt. Ausgepackt ist gut, denn aus gut unterrichtetet Quelle hat MrOrange erfahren, dass Schlitten in Göttingen nahezu ausverkauft sind. Handschuhe und Mützen gehen genauso zur Neige, wie warme Socken und Unterwäsche. Die Schlittenknappheit geht sogar so weit, dass einem Schlitten aus dem Kofferraum zum Kauf angeboten werden.

Wie dem auch sei, Schlittenfahren scheint in Göttingen momentan in Mode zu sein. So wehr wollen einige Leute wohl Schlittenfahren, dass sie sich diese kurzer Hand selber basteln. Dafür wird ein bequemes Kissen mit diversen Plastetüten umwickelt und mit Klebeband fixiert. Einziger Nachteil dieser “Schlitten” ist ihre mangelhafte Manovrierfähigkeit. Im Gegensatz zu den normalen Schlitten fahren die selbstgebastelten Module nämlich nicht geradeaus, sondern querfeldein!

Forstwirtschaftlicher Betrieb = Schlittenfahren Schlittenkaravane auf den Goettinger Schillerwiesen

In Göttingen ist man übrigens auf die Schlittenfahrerei vorbereitet gewesen, wie man auf dem Verkehrsschild gut sehen kann, sollen Kraftfahrer hier nicht auf Wild Rücksicht nehmen, sonder kleine Zwerge mit Bommelmütze auf dem Kopf und Schlitten unterm Hintern. Forstwirtschaftlicher Verkehr bekommt bei der Karawane von Schlitten natürlich auch eine ganz andere Bedeutung!

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Das Göttinger Studentenwohnheim Albrecht-Thaer-Weg versinkt im Schnee

verscheiter Blick vom ATW auf das Goettinger Univeristaetsklinikum

Um den Jahreswechsel versank Göttingen und somit auch das Studentenwohnheim Albrecht-Thaer-Weg regelrecht unter den Schneemaßen. Eingeschneite Fahrräder, einsame Fussstapfen und eigentlich ist auch keine Menschenseele zu sehen – ob das vielleicht mit der Kälte zu tun hat? Das Thermometer zeigte tagsüber schon dicke Minusgrade an, Nachts war es sogar hoch zweistellig im Negativen.

einsame Fussstapfen im verscheiten Studentenwohnheim ATW Goettingen ATW2 versinkt im Schnee - Studentenwohnheim Goettingen eingescheites Fahrrad im ATW

Ein paar Fotos die kurz vor dem Jahreswechsel entstanden sind zeigen das Schneechaos noch ganz gut, bevor unser fleissiger Hausmeister den Schneeflug zur Hilfe nahm um zumindest begehbare Schneisen zu schlagen.

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Kurzausflug von Göttingen nach Hamburg und zurück – umsonst, verspätet, ausgefallen, zurückgelassen und doppelt bereitgestellt , aber dafür teilweise erster Klasse!

Erste_Klasse_Metronom_Hamburg-Hannover.jpg

Ob ich nicht helfen könnte einen verschlossenen Keller in Hamburg zu öffnen“, wurde ich von meinem Lieblingsbruder gestern noch gefragt, “… mit ‘nem Bolzenschneider oder ‘ner Flex vielleicht?” Prinzipiell ja kein Problem, schließlich kostet mich die Fahrt von Göttingen nach Hamburg keinen Cent extra, lediglich vier Stunden pro Richtung. Also Flex organisiert und um 16 Uhr ab in den Zug nach Uelzen und dann nach Hamburg.

Die Hinfahrt verlief trotz vereister Türen und zweimaliger Verspätung von 10 bis 15 Minuten relativ unspektakulär. Auch in Hamburg klappte der Anschluss gerade wegen der Verspätung wunderbar … also was will man mehr? Das böse Erwachen kam erst am nächsten Morgen, denn im Keller meines Lieblingsbruders gab es keine Steckdose, ebenso wenig im Hausflur oder sonst in einiger Umgebung zum Keller. Im Keller ist eine, was bei verschlossener Tür jedoch nicht hilfreich war!

Also ging es um 10 Uhr unverrichteter Dinge zurück in Richtung Göttingen. Im Gegensatz zu sämtlichen InterCity und InterCityExpress die in Hamburg Harburg an diesem Silvestermorgen halt machten, hatte der Metronom keine Verspätung. Das klang ja schon mal gut. Zu gut stellte ich fest als der Zug hielt, denn keine der Türen vor meinem Wagen ließ sich öffnen!

Die Türen und Klapptritte von Wagen zwei und drei sind eingefroren und die Wagen daher komplett gesperrt. Einen Vorteil hatte dies dann aber doch, denn die erste Klasse im letzten Wagen des Zuges waren auch für reguläre Fahrgäste frei gegeben worden. Breiter Sitz, eigener Tisch und eine Steckdose? Was will man denn mehr? Dank UMTS wurde die Fahrt recht entspannt, zumindest bis Hannover.

Hier kam auch mein Metronom mit ordentlicher Verspätung an, wobei dies ja lediglich die unglaublich lange Umsteigezeit verkürzte. Fünf Minuten zum Umsteigen waren am Schluss noch übrig, was zum überbrücken des Gleiswechsels reichen sollte. Nur der Zug war noch nicht zu sehen? An der Anzeigetafel wurde er zwar aufgeführt, aber schließlich fuhr erst ein ICE und dann eine Regionalbahn ein. Die Regionalbahn nach Halle wurde uns dann sogar als der Metronom nach Göttingen über den Lautsprecher verkündet … was noch zu mehr Verwirrung führte. Informationen gab es keine und nachfragende Fahrgäste, die den Informationsmangel trotz der widrigen Wetterbedingungen anprangerten, wurden schließlich sogar vom Bahnpersonal (Deutsche Bahn) angeschrien! Ja geht es noch!?

13:15 Uhr fuhr dann bereits der nächste Metronom (geplante Abfahrt 13:36 Uhr) auf Gleis 3 ein und wurde auch ordentlich von der Computerstimme angekündigt … also ab auf Gleis 3 und raus aus der Kälte. Um 13:20 Uhr wurde dann doch der nun 45 Minuten verspätete Metronom auf Gleis 7 bereitgestellt und kurz darauf auch abgefertigt. Dies führte übrigens für knapp fünf Minuten zu einem sehr surealen Bild in Hannovers Hauptbahnhof: zwei Metronom nach Göttingen, die auch noch fast nebeneinander standen. Leider saß ich zu diesem Zeitpunkt schon im warmen Metronom, der hoffentlich pünktlich nach Göttingen abfährt.

Zwei Metronom zwischen Hannover und Göttingen mit rund 15 Minuten Abstand wird es wohl auch nicht so häufig geben. Laut dem Twitteraccount vom Metronom selbst gibt es starke Vereisungen der Oberleitung zwischen Göttingen und Hannover, offensichtlich sind die Deutschen Eisenbahnen nicht für den deutschen Winter gerüstet!

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Frohe Weihnachten und eine Schöne Bescherung oder Horror-Mitfahrgelegenheit

Der Plan war denkbar einfach: Mittwoch noch schnell das wichtige erledigen, nach der ATW-Weihnachtsfeier Sachen packen und dann in aller Ruhe um 5:30 Uhr morgens zum Göttinger Bahnhof laufen. Berlin ich komme!

Pustekuchen, denn vom Bahnhof ging es nicht mit der Deutschen Bahn weiter, sondern mit einer Mitfahrgelegenheit. Es hätte mir eigentlich gleich komisch vorkommen müssen, als die bei mitfahrgelegenheit.de als Vera eingetagene Fahrerin plötzlich gar keine Frau war. Aber ich wollte ja so früh am morgen nach Berlin und so nahm das Unheil seinen Lauf.

Der rote Volkswagen Touran 1,7 l hatte einen vierzig Zentimeter langen Riss in der Windschutzscheibe und auf der Rückbank sollten dann tatsächlich drei Mitfahrer sitzen! Zwar konnte ich mir den Beifahrersitz erkämpfen, wegen der Beinfreiheit und so, aber das sollte ich später noch bereuen.

Bitter kalt war es im Fahrzeuginneren und erst auf Nachfrage wurde die Heizung eingeschaltet. Aber bevor die Wärme produzierte wurde an der Tankstelle angehalten: die Kühlflüssigkeit musste nachgefüllt werden, ein Vorgang der noch zwei mal während der Fahrt nach Berlin wiederholt werden musste!

Der wirkliche Clou kam jedoch erst auf dem Autobahnzubringer kurz hinter Nörten-Hardenberg als ich fragte, warum aus der Mittelkonsole heiße Luft und im Fussbereich eiskalte Luft käme. “Ja, das ist ein kleiner Defekt am Wagen, da kann ich jetzt leider nichts machen”, wurde mir entgegnet! Wie bitte? Aber nach Berlin sind es ja nur drei einhalb Stunden!

Die Fahrtzeit hätte sich dann aber nach knapp 15 Minuten fast dramatidch verkürzt, als unser Fahrer mit 130 Km/h beinahe in die Baustellenbegrenzung gerast wäre! Ist aber auch kein Wunder wenn man mit Sommerreifen bei -6 Grad und vereisten Straßen unterwegs ist…

Angekommen sind wir trotzdem, auch wenn meine Füsse am Berliner Westkreuz erst mal auftauen mussten. Ab nach Hause noch, heiß duschen und dann ins Bett, hoffend das ich mich nicht für die Weihnachtsfeiertage erkältet habe! Nächstes Jahr nehme ich jedenfalls die Deutsche Bahn! Aber wobei … da habe ich ja auch schon wieder die dollsten Storys gehört … also wie nun sicher verreisen zu Weihnachten?

Frohe Weihnachten und eine Schöne Bescherung wünscht euch, ein jetzt verschnupfter, MrOrange.

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Das Zentrale Hörsaalgebäude in Göttingen ist besetzt.

Eigentlich stand heute morgen die Vorlesung zur Einführung in die Volkswirtschaftslehre im Zentralen Hörsaalgebäude auf dem Programm, zumindest auf meinem Stundenplan. Heute wurde das jedoch nichts, denn noch bevor auch nur ein Teilnehmer sich in Richtung des Campus bewegte, wurde das Göttinger ZHG besetzt.

Besetzer bringen erste Transparente im ZHG an Erster Ansturm auf das ZHG Goettingen um 8 Uhr Kurze Ansprache vor versammelter Studentenschaft im Goettinger ZHG

Alle sechs Eingänge sind mit plakat-behangenen Bauzäunen blockiert vor denen jeweils ein paar Bildungsstreikaktive stehen und Erklären, Diskutieren und Flyer verteilen. Die Reaktionen der von der Besetzung betroffenen Studenten könnte unterschiedlicher nicht sein: Von der seufzenden Aussage, doch umsonst aufgestanden zu sein, über wohlwollende Worte “endlich wird mal ein Zeichen gesetzt” bis zu wüsten Beschimpfungen war Alles dabei.

Die Hausmeister beguckten das Treiben heute morgen recht amüsiert und auch das Göttinger Studentenwerk reagierte schnell und mit Verständnis für die Studenten. Das Café Campus wurde kurzerhand geschlossen und die Brötchen ins Café Central umgesiedelt.

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Bildungsstreik 2009 die zweite – diesmal vielleicht doch Ernst zu nehmen?

Im vergangenen Sommer war in Deutschland groß der Bildungsstreik 2009 ausgerufen worden. Zwar kam der Bildungsstreik auch an der Göttinger Universität an, jedoch war er aufgrund seines geringen Umfangs und vor allem seiner unrealistischen Forderungen nicht wirklich Ernst zu nehmen. Dieses Kommentar scheint auf den ersten Blick vielleicht etwas krass, zumal es in Göttingen sogar eine Demo für grundlegende Bildungsreformen mit bis zu 10.000 Teilnehmern gab. Es ist jedoch nicht zum “Überschwappen” auf die breite Studentenschaft gekommen.

In diesem November begann nun die zweite Phase des Bildungsstreiks, die sich vor allem durch die Besetzung von Hörsälen und Universitätsgebäuden in ganz Deutschland charakterisiert. Auf den ersten Blick scheinen auch dieses Mal vor allem “die üblichen Verdächtigen” aktiv zu werden, also links-alternative-basis-demokratisch-orientierte Studenten. Es gibt jedoch einen großen Unterschied zum vergangenen Sommer. Heute Mittag habe ich folgenden Flyer im Zentralen Hörsaalgebäude in die Hand gedrückt bekommen:

Fyler Bildungsstreik Goettingen Fyler Bildungsstreik Goettingen

Der Flyer zeichnet sich dadurch aus, dass die tatsächlichen und für nahezu jeden Studenten offensichtlichen Probleme mit dem aktuellen Bildungssystem aufgezählt werden und davon vier vertretbare und vor allem umsetzbare Forderungen abgeleitet werden. Es steht nicht die vermeintliche Besetzung und Bestreikung von Bildungseinrichtungen im Vordergrund, sondern viel mehr eine problem- bzw. eher lösungsorientierte Aufmerksamkeitskampagne!

Mein Flyer landete jedenfalls nicht im nächsten Papierkorb, sondern mehr oder weniger ordentlich gefaltet in der Hosentasche. Nicht nur das, am Montagabend habe ich mir die Besetzung der Lernlandschaft im Verfügungsgebäude genauer angesehen und mich dort auch mit mehreren Aktiven unterhalten. Darunter übrigens ein Mediziner und ein Jurist, also nicht die sonst so “üblich Verdächtigen”. Alles in Allem bin ich äußerst positiv von der zweiten Phase des Bildungsstreiks 2009 überrascht. Mir scheint es fast, als wäre der Bildungsstreik 2009 über die Semesterferien erwachsen geworden.

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